ORF – So der ist Empfang weiter unverschlüsselt möglich

Der Österreichische Rundfunk ist in vielen Regionen seit Jahrzehnten ein lieb gewonnener Sender in deutschen Fernsehern. Er bietet als einziger Sender den Ski-Weltcup und bietet mit seinen hoch qualitativen Nachrichtensendungen eine weitere Sicht auf das Weltgeschehen, die nicht durch propagandistische Interessen gefärbt ist. Viele mögen auch nur die Serien und Fußballübertragungen. Seit Leo Kirchs Zeiten versuchen deutsche Sender und Lobbyisten uns den Empfang madig zu machen und den ORF unter Druck zu setzen. Für uns Konsumenten heißt dies, das wir um einen freien Informationszugang im angeblich so freien Europa kämpfen müssen. Das war so nicht versprochen!

Hier die Umstellungstermine für die Netzmodernisierung des ORF:

Süd- und Ostbayern: Schon passiert!
westliches Oberbayern, Allgäu, Schwaben, Bodenseeregion und Südschwarzwald: 23. Oktober 2017

Anleitung zum Empfang des ORF über Antenne

Zunächst hier mal die Empfangskanäle:

Salzburg-Gaisberg: Kanal 32 (562 MHz) horizontal   (Süd-Ost Bayern bis München)
Zugspitze/Hahnenkamm: Kanal 49 (698 MHz) horizontal (westlich von München bis Höhe Günzburg, Zental und Ostallgäu) Update: Derzeit ausser Betrieb!
Ersatz: Kanal 24 (498 MHz)
Bregenz-Pfänder und Bezau-Baumgarten Kanal 24 (498MHz) horizontal (Westallgäu, Schwaben, Bodensee, Südbaden)
Mittelberg-Gundkopf Kanal 21 (474MHz) und 38 (610MHz) horizontal (Zentralallgäu)

Für den Empfang benötigt man einen „H.264“-tauglichen DVB-T2-Tuner. Dieser befindet sich in fast allen Fernsehmodellen ab Modelljahr 2016. Im Zweifel fragen Sie Ihren Fachhändler. Sollten Sie kein taugliches Fernsehgerät haben, benötigen Sie eine taugliche Set-Top-Box. In Österreich sind diese Boxen mit „SimpliTV“ markiert, in Deutschland gibt es einige taugliche Boxen zu sehr kleinem Preis. Die Euronics-Fachhändler haben ständig aktualisierte Listen welche Boxen am Besten funktionieren.

Profitipp: Suchen Sie den Kanal manuell und nicht mit dem automatischen Suchlauf!

Als Antenne taugt Ihre bestehende ORF-Antenne. Sollte das nicht möglich sein, empfiehlt sich eine „Yagi-Antenne“ für UHF. Falls das nicht möglich ist, liefert die „Kathrein BZD 40“ die besten Ergebnisse.

Für den Empfang in HD benötigt man jedoch zusätzlich ein SimpliTV-Modul. Dies ist nur in Österreich und im Netz erhältlich und kann nur mit einer österreichischen Adresse registriert werden. Laut der „Passauer Neuen Presse“ prüft jedoch niemand ab, ob Adresse und Person existieren. Mit dem Modul lassen sich auch die österreichischen Privatsender und ORF III sehen. Es gibt jedoch auch Fachhändler, die nach Deutschland versenden.

Wichtiger Hinweis: Sendegebiet und Feldstärke bleiben unverändert! Wo es jetzt geht, geht es künftig genauso!

Empfang über Kabel

Vodafone (Kabel Deutschland) hat in seinem Forum angekündigt die ORF-Auskabelung unverändert weiter zu führen. In der Praxis kam es bei der Umstellung in Oberbayern zu zahlreichen Ausfällen. Anrufer auf der Kundenhotline berichteten von langen Wartezeiten und falschen Auskünften. Betroffenen Kunden können wir nur raten den Kundensupport und die entsprechenden Foren und Facebookseiten zu nutzen. Die rechtliche Situation der Auskabelung ist nach wie vor unverändert. Es drängt sich der verdacht auf, man nutzt die Gelegenheit um sich dem lästigen Thema zu entziehen um dann hinterher Pay-TV-Pakete besser vermarkten zu können. Kunde ist König! Lassen Sie sich das nicht gefallen!

Die SWU Telenet hat in Person des mittlerweile emeritierten Geschäftsführers Andreas Kövi zugesagt, ORF und SRF bis zum letzten freien Signal einzuspeisen. Was das Versprechen wert ist, sieht man an der SRF. Dort wird das Signal mit einer falsch ausgerichteten Antenne quasi absichtlich nicht empfangen und dann als Schwarzbild mit Klötzchen eingespeist. Von der SWU-Hotline bekommt man die falsche Aussage das wäre aus rechtlichen und vertraglichen Gründen so. Da sich beides seit Ende der 80er nicht verändert hat, ist dies nur eine Ausrede fachlich überforderter Callcentermitarbeiter. Als Tatsache nutzte man eine unwesentliche Änderung der Kanalbelegung um elegant das Programm unansehbar zu machen. Es steht zu befürchten, daß die SWU Telenet diesen Trick bei der ORF-Modernisierung wieder probiert. Das werden wir Piraten einem kommunalen Unternehmen (damit Unternehmen aller Ulmer und Neu-Ulmer Bürger) aber nicht mehr durchgehen lassen. Wir werden die SWU rechtzeitig mit den neuen Parametern und technischen Empfehlungen für die Hardware versorgen. Sollte man es trotzdem probieren, zeigen Sie dem Unternehmen das der Kunde König ist! Wir Piraten unterstützen Sie dabei gerne!

Unity Media (Kabel BW) hat sich nicht geäußert. Vermutlich wird es dort zu keinen Änderungen kommen. Ansonsten verfahren Sie wie oben!

Empfang über Satellit

Aus urheberrechtlichen Gründen, da sind wir wieder beim angeblich so freien Europa, wird das Signal über Satellit verschlüsselt. Für die Entschlüsselung braucht man einen Österreicher, der einem seinen Schlüssel überlässt oder einen Satreceiver mit manipulierter Software. Letzteres ist rechtlich mindestens so schwer fragwürdig wie nachweisbar. Daher ist an dieser Stelle Schluß mit Informationen.

Empfang über IP (Internet)

Der ORF macht seine Programme nur Internetnutzern mit österreichischer IP-Adresse zugänglich. Smart-TV-Nutzer im Kabel merken das jetzt schon an den eingeschränkten Optionen. Es gibt zwei Wege das elegant zu lösen.

Ein ausländischer Dienst namens schoener-fernsehen.com (absichtlich nicht verlinkt) bietet weltweit alle österreichischen und schweizer Programme via Internet an. Das Abo kostet rund 20€/Jahr und bietet Zugang über Browser und App. Zum Betrieb ist eine relativ geringe Bandbreite notwendig. UMTS, bzw. DSL mit 3 MBit/s genügen für ein Signal in alter analoger Qualität. Die Sache hat aber auch einen Haken:
Der Dienst nutzt „P2P“ als Übertragungstechnologie. Damit ist jeder Empfänger auch gleichzeitig der Sender. Zum legalen Senden benötigen Sie jedoch die Reche an den Inhalten und eine Sendelizenz. Beides haben Sie wohl nicht, daher ist davon abzuraten.

Viel besser ist die Nutzung von VPN. Kostenplichtige Dienstleister bieten einen VPN-Zugang zu jedem gewünschten Land. Sie tragen die Daten in Ihren WLAN-Router ein und können damit die Dienste dieses Landes nutzen.  In Ulm/Neu-Ulm würde ich das Verschwörhaus fragen oder den Freifunkverein. Selbstverständlich helfen auch Ihre örtlichen Piraten mit Rat und Tat.

Wir haben derzeit eine Kombination aus einem Netgear WNR3500L-Version1, ein Betriebssystem das auf „Tomato by Shibby“ und „DD-WRT“ basiert und als VPN-Anbeiter „VyprVPN“ erfolgreich im Test. Es funktionieren jedoch auch andere Router einwandfrei. Eine Liste der geeigneten Router finden Sie auf den Seiten von OPENWRT    sowie auf der Tomato-Seite. Für HD-Fernsehprogramme empfiehlt sich ein Gigabit-Router mit mindestens 8MB Flash und 64MB RAM).

War Ihnen das jetzt zu hoch, oder haben Sie Fragen? Wir freuen uns Sie auf einem unserer Stammtische zu begrüßen, oder freuen uns über eine Kontaktaufnahme

FAQ


Kommentare

13 Kommentare zu ORF – So der ist Empfang weiter unverschlüsselt möglich

  1. Siegfried Heim schrieb am

    Kein Empfang von ORF 1 und ORF 2 im SWU-Kabel seit der Umstellung auf HD durch den ORF. Vom Schweizer Fernsehen träumen wir ohnehin schon lange nur noch – ach war das früher schön im analogen TV-Zeitalter.

  2. Hans Müller schrieb am

    Auch hier im westlichen Umland München mit Antennenausrichtung Zugspitze seit der Umstellung kein ORF-Empfang mehr, trotz SimpliTV Receiver. Ist der Zugspitz-Sender Kanal 49 bei der Umstellung außer Betrieb gegangen?

    • Vorstand schrieb am

      Kanal 49 ist ausser Betrieb, statt dessen wird derzeit Kanal 24 mit reduzierter Leistung verwendet.

      Dank eines Lesers mit Amateurfunkhintergrund und eines Euronics Fernsehhändlers mit überdurchschnittlicher Fachkenntnis bleiben wir an der Sache dran und berichten weiter.
      Für weiter Hinweise und Berichte sind wir immer offen, bitte an buergerbuero@piratenpartei-neu-ulm.de mailen.

  3. Grech schrieb am

    Verhinderung von TV ORF 1, 2 und 3: Vermutlich stecken da nicht unsere österreichischen und schweizer Nachbarn dahinter, sondern typisch deutsche Lumpereien, weil die Wahrheiten hierzulande meist sehr unbequem sind.

    • Vorstand schrieb am

      Es ist bekannt und erwiesen, daß dies auf deutschen Druck geschieht. Besonders die deutschen Privatsender und die Bayerische Landeszentrale für neue Medien spielen da eine federführende Rolle.
      Kirch und Kloiber versuchten dem ORF mit der Keule des Rechteerwerbs beizukommen. Gerhard Zeiler, Geschäftsführer des deutschen Privatsenders RTL2, wechselte 1994 als Intendant zum ORF, schaltete die bis dahin mit großer Leistung einstrahlenden terrestrischen ORF-Sender ab und ging 1998 wieder als Geschäftsführer zu RTL zurück. Seit dem versuchen sie es alle Jahre mal wieder.

      Für Piraten ist das alles ein rotes Tuch.

  4. Tobias schrieb am

    Im Raum Günzburg ist der Empfang von der Zugspitze auf K24 möglich.
    Verwendet wird eine Breitband-Yagi. Zudem musste natürlich der kanalselektive Verstärker entfernt werden.

  5. Peter Jäcklin schrieb am

    Hier, 10 Kilometer südlich von Augsburg, empfange ich ORF 1 und ORF 2 wieder im gewohnten SD-Standart auf Kanal 24. Dafür habe ich den Kanalvorverstärker auf den Kanal 24 neu abgeglichen. Ferner musste ein neuer DVB T2 Receiver (COMAG SL65T2) angeschafft werden. Seit gestern läuft alles wieder super!

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